VGR und QUMEA: Im Interview zu einem der grössten Radar-Projekte Europas

VGR und QUMEA: Im Interview zu einem der grössten Radar-Projekte Europas

Stürze in Spitälern kündigen sich selten an. Die Veränderungen, die ihnen vorausgehen, in der Mobilität, in der Unruhe, in der Art, wie sich ein Patient während der Nacht bewegt, bleiben zwischen den routinemässigen Kontrollen oft unbemerkt. Genau diese Lücke will die Region Västra Götaland (VGR) schliessen, mit einem der grössten öffentlich ausgeschriebenen Projekte zur Bewegungserfassung in Europa.

Die VGR führt QUMEA derzeit schrittweise in fünf Spitalverwaltungen ein. Nach Abschluss der Implementierung werden bis zu 2’400 Betten mit der anonymen, radarbasierten Lösung ausgestattet sein, was dem Pflegepersonal ein kontinuierliches Verständnis anstelle punktueller Kontrollen ermöglicht.

Im Interview mit Medtech & Digital Hälsa (Quelle: Medtech & Digital Hälsa, 1. Juli 2026) spricht Micha Kämpfer, Chief Customer Officer bei QUMEA, über den Ausschreibungsprozess, die etappenweise Einführung in den schwedischen Spitälern, den Stellenwert des Datenschutzes und die nächsten Ausbauschritte des Projekts.

Kämpfer beschreibt eine Einführung, die auf Vorausschau statt Nachrüstung setzt: Die Implementierung erfolgt Spital für Spital, in enger Zusammenarbeit zwischen VGR und QUMEA, damit das Pflegepersonal von Anfang an verlässliche, kontextbezogene Erkenntnisse gewinnt, statt mit einem fertigen System konfrontiert zu werden. Bewegungsmuster werden kontinuierlich in klinische Erkenntnisse übersetzt, was den Pflegefachpersonen die Sicherheit gibt, rechtzeitig zu handeln, bevor eine Situation kritisch wird, ganz ohne Kameras, ohne Wearables und ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Der Datenschutz ist ein zentrales Thema des Interviews. Kämpfer erklärt, wie Dignity by Design das System von Grund auf prägt: Es werden keine Bilder erfasst, keine Personen identifiziert, und der radarbasierte Ansatz gibt den Spitälern Rechtssicherheit, ohne Kompromisse bei der Privatsphäre der Patientinnen und Patienten.

Die Technologie allein entscheidet nicht über den Erfolg des Projekts. Kämpfer geht im Interview auch darauf ein, wie QUMEA jede Implementierungsphase mit Schulungen, praxisnaher Unterstützung und einer datengestützten Erfolgskontrolle begleitet, eine Arbeit, die sich in den nächsten Ausbauschritten des Projekts fortsetzt.

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